Inzwischen nutze ich mein Smartphone Google Nexus S etwas mehr als zwei Monate als Trainingsbegleiter beim Laufen. Die erste Software, die ich getestet habe und bei der ich dann geblieben bin, war Adidas miCoach. miCoach steuert das Training über individuelle Belastungszonen. miCoach verwendet dazu das GPS-Signal und errechnet über einen gleitenden Durchschnitt die aktuelle Laufgeschwindigkeit. Die Laufgeschwindigkeit ordnet es einer Belastungszone zu und steuert die Trainingsintensität ensprechend
Problematisch ist, dass das GPS teilweise sehr unzuverlässige Positionsangaben liefert. Es kommt schon einmal vor, dass das GPS
- Positionsangaben liefert, die von Messung zu Messung zufällig falsch sind
- Positionsangaben liefert, die über einen längeren Zeitraum systematisch verfälscht sind
- nach einer Unterquerung der Autobahn sein Signal nicht mehr findet
Punkt eins bewirkt ungenaue Geschwindigkeitsansagen und tritt bei fast jedem Lauf auf, insbesondere aber nicht nur unter Bäumen. Läuft man mit konstanter Geschwindigkeit (ebene Fläche, gleichbleibende Schrittfrequenz, gleichbleibende Schrittlänge) in der gelben Zone, bekommt man schon einmal in kurzer Folge unterschiedliche Momentangeschwindigkeiten angesagt. Das schwankt von einer Ansage, man befände sich in der blauen Zone, solle gefälligst etwas beschleunigen bis hin zur roten Zone, obwohl man sein Tempo nicht geändert hat. Am Besten behält man sein Tempo bei, was einige Sekunden später sehr wahrscheinlich mit der Ansage kommentiert wird, man befände sich wieder in der gewünschten Belastungszone. Wer sein Lauftempo einigermaßen einschätzen kann, weiß wie er/sie/es auf diese Geschwindigkeitsschwankungen reagieren soll. Lästig, aber nicht weiter schlimm.
Punkt zwei zeigt sich erst im Trainingsprotokoll und liefert abweichende Streckenlängen und Durchschnittsgeschwindigkeiten. Es kann passieren, dass miCoach
- mich am Monrepos durch den See joggen sieht, obwohl ich den Fußweg an den alten Stallungen entlang gelaufen bin
- auf dem Weg parallel zur Autobahn meint, ich hätte kurzerhand die sechs Fahrspuren gekreuzt, obwohl ich brav die Brücke ein Stück weiter benutzt habe
Punkt drei ist gravierend, denn er beeinträchtigt den Trainingsablauf. Der Fehler tritt jede Woche mindestens einmal auf. Im Webinterface lässt sich der GPS-Verlust nicht nachvollziehen, in der Android-App werden im Satelliten-Bild die einzelnen Messpunkte angezeigt. Nach einigen Experimenten
- gar nichts tun
- Gehpause einlegen
- Wechsel der Straßenseite
- Telefon statt in der Hosentasche am Arm befestigen
- Lage des Telefons ändern
scheint die Lösung zu sein, das Telefon einige Sekunden waagrecht zu halten. Bis jetzt habe ich das noch nicht befriedigend ins Training eingebunden, eventuell reicht es, den Arm kurz auszustrecken.