Mit VirtualBox lässt sich unter Windows sehr einfach ein Netzwerk extern erreichbarer virtueller Maschinen erstellen. Die HowTos auf der VirtualBox-Homepage lassen das Vorhaben komplexer erscheinen, als es ist. Ein kurzer Blick in die Hilfe zeigt, es ist fast ein Kinderspiel.

Netzwerk

Das Netzwerksegment ist 192.168.104.xxx – ein 54MBit WLAN mit sieben Teilnehmern

  • Router (Fritz!Box)
  • Laptop (Windows 7 Professional 64)
    • Virtuelle Maschine mit Apache-Webserver unter aktuellem Scientific Linux auf Laptop
    • Virtuelle Maschine mit aktuellem Ubuntu-Desktop-Linux auf Laptop

Die restlichen Geräte sind hier ohne Bedeutung. Die Arbeitsgeräte sind der Laptop mit den beiden virtuellen Maschinen und für Testzwecke ein Smartphone.

Ziel

Im lokalen Netzwerksegment sollen alle Geräte gleichberechtig miteinander kommunizieren können, ihre Netzwerkadresse soll im aktuellen Netzwerksegment 198.162.104.xxx liegen. Der Webserver soll unter 192.168.104.126 erreichbar sein und als eigenständiges Gerät erscheinen.

Konfiguration des Hosts

Der Laptop ist über die WLAN-Schnittstelle ins Netzwerk eingebunden und bezieht seine Adresse über DHCP. Den DHCP-Dienst übernimmt der Router.

Konfiguration der virtuellen Maschine

Bei der Konfiguration ist wichtig, "Angeschlossen an" auf "Netzwerkbrücke" zu setzen und die Netzwerkbrücke mit der entsprechenden Host-Schnittstelle zu verknüpfen. In diesem Fall wird die WLAN-Karte verknüpft mit einer von VirtualBox emulierten Intel PRO/1000 MT-Karte (Standardvorgabe auf Windows 7).

VirtualBox Netzwerkeinstellungen SL 6.1

Dass VirtualBox die Firewall-Einstellungen ändert, wird abgenickt. Die Einstellungen der bereits vorkonfigurierten Schnittstelle eth0 werden für den Webserver fixiert, d. h. manuell in /etc/sysconfig/ifcfg-eth0 geändert:

DEVICE="eth0"
BOOTPROTO="none"
HWADDR="08:00:27:10:50:FE"
IPV6INIT="no"
ONBOOT="yes"
TYPE="Ethernet"
IPADDR="192.168.104.126"
NETMASK="255.255.255.0"
GATEWAY="192.168.104.15"
DNS1="192.168.104.15"
USERCTL=no
 

Danach das Netzwerk neu starten mit

/etc/init.d/network restart

und die Konfiguration prüfen mit

ifconfig

ergibt in unserem Fall die Ausgabe

eth0      Link encap:Ethernet  Hardware Adresse 08:00:27:10:50:FE  
          inet Adresse:192.168.104.126  Bcast:192.168.104.255  Maske:255.255.255.0
          inet6 Adresse: fe80::a00:27ff:fe10:50fe/64 Gültigkeitsbereich:Verbindung
          UP BROADCAST RUNNING MULTICAST  MTU:1500  Metric:1
          RX packets:320 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
          TX packets:213 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
          Kollisionen:0 Sendewarteschlangenlänge:1000 
          RX bytes:29143 (28.4 KiB)  TX bytes:169926 (165.9 KiB)
 

Jetzt die Windows-Eingabeaufforderung öffnen. Ein Test auf der Windows-Kommandozeile des Hosts mit

ping 192.168.104.126

bestätigt, dass die virtuelle Maschine von außen erreichbar ist.

Ping wird ausgeführt für 192.168.104.126 mit 32 Bytes Daten:
Antwort von 192.168.104.126: Bytes=32 Zeit<1ms TTL=64
Antwort von 192.168.104.126: Bytes=32 Zeit<1ms TTL=64
Antwort von 192.168.104.126: Bytes=32 Zeit<1ms TTL=64
Antwort von 192.168.104.126: Bytes=32 Zeit<1ms TTL=64
 
Ping-Statistik für 192.168.104.126:
    Pakete: Gesendet = 4, Empfangen = 4, Verloren = 0
    (0% Verlust),
Ca. Zeitangaben in Millisek.:
    Minimum = 0ms, Maximum = 0ms, Mittelwert = 0ms
 

Noch ein Test des Apache-Webservers mit dem Smartphone, das war's.

Für die anderen virtuellen Maschinen läuft die Einstellung analog. Wo keine feste IP-Adresse erforderlich ist, können die IP, Gateway und Nameserver über den DHCP-Server zugewiesen werden (BOOTPROTO="dhcp").

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