traumflieger.de präsentiert einen netten Objektivtest , der sich mit einer Aura scheinbarer Objektivität umgibt. Dummerweise gibt es keine standardisierten Testbedingungen. Allenfalls eine Anleitung, wie der Standard aussehen soll, unter dem die Teilnehmer ihre Objektive zu testen haben.

Zum Schmunzeln (oder zum Verzeifeln) fand ich die Vorschriften zum korrekten Ausrichtung von Testobjekt und Kamera. Wenn ich die Kommentare der Auswerter richtig interpretiere, sind einige Teilnehmer an den Testbedingungen gescheitert und ich verstehe auch warum: Aus Langeweile (und Interesse) habe ich den Test mit meinen Objektiven durchgeführt. Es war nicht einfach.

Zuerst der Aufbau. Eine meiner Buchstützen wurde als Halter zweckentfremdet, die ist halbwegs rechtwinklig. Damit war die Ausrichtung der Kamera relativ problemlos, ich möchte aber nicht garantieren, dass die Ebene absolut parallel zur Sensorebene stand. Für kleine Blendenzahlen wird das wichtig. Jedenfalls, wenn ein Teilnehmer wirklich ein Buch nimmt - wie es vorgeschlagen wird - und seine Zehn-Euro-Note daraufklebt, liegen die Objekt- und Bildebene wohl selten parallel.

Es war ebenfalls nicht einfach, den Maßstab richtig »einzupendeln«. Hätte ich die Anleitung auf traumflieger.de befolgt, wären alle meine Bilder 10 bis 15 Prozent größer geworden, als es dem angegebenen Idealmaß entsprochen hätte. Für eine vergleichende Schärfebeurteilung sind unterschiedlich große Testbilder wirklich nicht der richtige Ausgangspunkt.

Dann die Belichtung: Von wegen »Selektivmessung« und alles wird gut. Die Beispiele auf der Homepage belegen, dass keine standardisierten Belichtungen vorgelegen haben können. Das liegt unter anderem daran, dass der Selektivmessbereich einiger Canon-Kameras wesentlich größer ist als eine 10-Euro-Note. Als ich die richtige Belichtung suchte, waren meine Aufnahmen vor einer weißen Wand erst einmal alle unterbelichtet - verständlicherweise. Kein Problem, man kann ja korrigierend eingreifen. Aber auf welchen Wert soll ich denn korrigieren? Hier fehlt eine klare Vorgabe, die zu standardisierten Testbedingungen führen könnte!

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Auf den Testseiten werden zudem Testbilder präsentiert, bei denen offensichtlich der Weißabgleich nicht oder nicht richtig durchgeführt wurde. Unterm Strich soll der Leser Bilder beurteilen, die je nach Fotograf unterschiedlich hell sind und in einem weiten Bereich unterschiedliche Farben besitzen. Auch wenn die Testinitiatoren das zu verneinen versuchen: Die subjektive Schärfe hängt auch vom Kontrast ab.

Mit etwas Sorgfalt wären alle diese Punkte in den Griff zu bekommen. Das Handtuch geworfen habe ich dann bei denn Offenblenden-Messungen. Hier bewegt sich der Schärfentiefenbereich bei lichtstarken Festbrennweiten im Millimeterbereich, so dass die Schärfe mehr vom Testaufbau und dem Zusammenspiel von Autofokussteuerung der Kamera und Objektiv abhängt, als von der Leistung des Objektivs.

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Aufgefallen war mir das zuerst beim Sigma EX 105 Macro. Blende 2,8 mit Autofokus ergab ein unscharfes Bild. Manuell scharf gestellt, waren die Leistungen bei Blende 2,8 und Blende 16 fast gleich schlecht.

Vollkommen daneben lag die Offenblendenfokussierung beim Canon EF 50/1,8 II. Ich war es dann Leid und habe den Test abgebrochen.

Um drei Objektive durchzumessen und dabei einen sauberen Test durchzuführen, waren insgesamt zwei Stunden Arbeit erforderlich. Die Bilder selbst waren schnell gemacht, die Hauptarbeit bestand darin, den Aufbau zu korrigieren und die Bilder nachzubearbeiten.

Ich bezeifle, dass sich jeder Fotograf diese Mühe macht, womit der ganze Test wertlos wird. Nur noch frech wirkt unter diesen Umständen, dass, wer kein Testbild einreicht, für den Vollzugriff auf alle Tests zehn Euro zahlen soll. Wo doch, wie die Herren Initiatoren selbst zugeben, die Aussagekraft des Test sehr beschränkt ist.

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